 |
[ kein Bild ausgewählt ] |
|
Hohe Erwartungen an den „Rat für
Wachstum und Innovation“
ITK-Dienste und Software auf Rang eins der
Innovatoren Defizite im Bildungssystem und bei den
ITK-Investitionen
Berlin, 24. Mai 2006 Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation
und neue Medien (BITKOM) hat die Einrichtung eines „Rates für Wachstum und
Innovation“ unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt.
„Deutschland muss seine Innovationskraft stärken, um international den Anschluss
zu halten“, sagte BITKOM-Präsident Willi Berchtold anlässlich des ersten
Treffens des Gremiums. „Der weltweite Wettbewerb wird schärfer und erfasst nach
der Hightech-Branche nun auch den Dienstleistungssektor. Deshalb brauchen wir
mehr denn je exzellente Bildung, mehr Unternehmergeist und bessere
Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.“ Der Innovationsrat mit Spitzenvertretern
deutscher Unternehmen könne der Politik wichtige Anregungen für ihren künftigen
Kurs geben.
Nach aktuellen Untersuchungen der EU-Kommission liegt
Deutschland im Ländervergleich (EU plus USA und Japan) bei der
Innovationsfähigkeit im oberen Mittelfeld. Im Ranking der innovativsten Nationen
ist Schweden Spitzenreiter vor der Schweiz, gefolgt von Finnland, Japan,
Dänemark und den USA. Deutschland liegt auf Platz 7. Der Innovationsindikator
der EU-Kommission berücksichtigt unter anderem Ausgaben für Forschung und
Entwicklung, die Qualität des Bildungssystems, den Ausbau der
Kommunikationsinfrastruktur oder die Verfügbarkeit von Wachstumskapital. Eine
gute Performance erzielt Deutschland zum Beispiel bei der Zahl der angemeldeten
Patente oder der Entwicklungstätigkeit von mittelständischen Unternehmen, die
deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. Schlecht schneidet dagegen das deutsche
Bildungssystem ab. Die Zahl der Hochschulabsolventen in den technischen Fächern
ist gering und zu wenige Arbeitnehmer nehmen an notwendigen
Fortbildungsmaßnahmen teil.
„Besorgnis erregend ist der große Rückstand vieler
europäischer Länder gegenüber den USA und Japan“, sagte Berchtold. Die im
europäischen Schnitt schlechte Innovationsperformance ist vor allem auf drei
Punkte zurückzuführen: Geringerer Anteil in der Bevölkerung mit einer
weiterführenden Ausbildung, geringere Zahl von in den USA angemeldeten Patenten
und geringere Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik. Vor
diesem Hintergrund begrüßt der BITKOM die angekündigten innovationspolitischen
Maßnahmen der Bundesregierung, darunter die „High-Tech-Strategie Deutschland“,
das ITK-Forschungsprogramm „IT 2010“ sowie die Durchführung eines „IT-Gipfels“
im Herbst. Berchtold: „Die Querschnittsbranche ITK wird künftig mehr noch als
bisher einen wesentlichen Beitrag zu den Innovationserfolgen anderer
Wirtschaftszweige leisten.“
Im Vergleich der innovativsten Branchen nimmt in
Deutschland die ITK-Wirtschaft mit den Segmenten Software,
Telekommunikationsdienste und IT-Services einen Spitzenplatz ein. Das hat das
Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim ermittelt. Bei der
Innovatorenquote liegt die ITK-Wirtschaft vor dem Maschinenbau und der
Elektroindustrie auf Platz Eins. Die Innovatorenquote beschreibt den Anteil der
mit Innovationen erfolgreichen Unternehmen einer Branche. Nach Angaben des ZEW
planen die deutschen Unternehmen, ihre Innovationsaufwendungen im Jahr 2006 um 2
Prozent auf rund 103 Milliarden Euro zu steigern. Getragen wird das Plus vor
allem von der verarbeitenden Industrie. Dienstleister investieren deutlich
zurückhaltender in neue Produkte und Prozesse.
Ansprechpartner
Presse Maurice Shahd Pressesprecher Wirtschaft und
Politik Tel. +49 30 27576-114 Fax +49 30 27576-400 m.shahd@bitkom.org
Ansprechpartner
Innovationspolitik Markus Braig Bereichsleiter Wirtschafts-
und Innovationspolitik Tel. +49 30 27576-101 Fax +49 30
27576-109 m.braig@bitkom.org |